Der Pumpspeicher St. Georgen wird Aufgaben übernehmen, die am Strommarkt immer mehr an Bedeutung gewinnen und immer mehr nachgefragt werden. Dazu zählen die Lieferung von kurzfristiger Regelenergie, sogenannte Day Ahead-, Intraday-, Sekundärregelleistung oder 5-Minuten Energie, also Energieleistungen, welche die Zeitspanne von einem Tag bis zu wenigen Minuten umfassen.

Daher wurde der Pumpspeicher St. Georgen auf schnelle Umschaltbarkeit und Regelbarkeit ausgelegt. Ein sogenannter ternärer Maschinensatz ermöglicht extrem schnelle Wechsel zwischen Pump- und Turbinenbetrieb: Selbst bei voller Leistung sind Lastwechsel von Stromerzeugung zu Stromaufnahme in nur rund 2 Minuten möglich. Innerhalb von 2 Minuten kann die Anlage also von -100 % (-380 MW Pumpleistung) bis +100 % (+420 MW Turbinenleistung) geregelt werden.

Nur ein Pumpspeicherkraftwerk kann derartig viel Energie in so kurzer Zeit abgeben oder aufnehmen. Dementsprechend kann der Pumpspeicher St. Georgen schnell große Strommengen zur Stabilisierung des Stromnetzes aufnehmen oder bereitstellen. So leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Vermeidung von Blackouts.

Ein Beispiel: Bei der Sonnenfinsternis am 20. März 2015 fielen in Europa innerhalb weniger Minuten rund 10 Gigawatt Leistung aus Photovoltaik weg. Diese Leistung musste in derselben Zeit von anderen Energieträgern ausgeglichen werden, um einen Zusammenbruch des Netzes zu vermeiden. Der Pumpspeicher St. Georgen ist mit seiner schnellen Regelbarkeit in der Lage, auch auf Extremereignisse zu reagieren.