Warum Pumpspeicher?

Wir erleben mit der Energiewende in Europa hin zu erneuerbaren Energien derzeit den fundamentalsten Wandel seit Beginn der Stromversorgung. Dabei spielen mit Windkraft, Photovoltaik und Laufwasserkraft drei Energieträger eine wesentliche Rolle, die nicht bedarfsgerecht produzieren.

Nicht bedarfsgerechte Produktion

Die erneuerbaren Energien wie Windkraft, Photovoltaik und Laufwasserkraft sind sehr stark wetterabhängig. Sonne, Wind und Wasser folgen dem Lauf der Natur und nicht dem Strombedarf der Menschen. Die enormen Mengen an nicht bedarfsgerecht erzeugtem grünen Strom stellen Energieversorger und Stromnetzbetreiber vor größte Herausforderungen. Allein in Deutschland erreicht die installierte Leistung von Windkraft und Photovoltaik bereits rund 100.000 MW – das entspricht der Leistung von mehr als 400 Donaukraftwerken. Je mehr Strom aus erneuerbaren Energien bedarfsunabhängig oder unregelmäßig produziert wird, desto größer ist der Bedarf an Stromspeicherung und Ausgleichsenergie (d.h. Strom zur Netzstabilisierung). Denn es bleibt eine unveränderliche Grundregel, dass immer so viel Strom erzeugt werden muss, wie gerade verbraucht wird. Bei zu viel oder zu wenig Strom in Stromnetz droht der Zusammenbruch der Stromversorgung – ein Blackout! Leider sind Blackouts auch in Österreich ein bereits ernst zu nehmendes Krisenszenario: Erst im Mai 2019 wurde mit dem österreichweiten Planspiel „Helios“ die größte Blackout-Übung der Geschichte abgehalten.

Pumpspeicher zur Vermeidung von Blackouts

Der unregelmäßig anfallende „‚Flackerstrom“ aus Wind und Sonne muss also ausgeglichen und gespeichert werden, um die Stromnetze zu stabilisieren und Blackouts zu vermeiden. Bei zu viel Strom im Netz (also etwa bei Wind, Sonnenschein oder Bedarfsrückgang) läuft das Kraftwerk als Pumpe, befüllt das obere Speicherbecken und speichert so den zuvor erzeugten grünen Strom. Bei Strombedarf gibt der Pumpspeicher das Wasser an das untere Speicherbecken ab und produziert dabei Strom. Mit dieser bewährten Technik können Pumpspeicherkraftwerke große Strommengen schnell aufnehmen oder bereitstellen. So leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Vermeidung von Blackouts.

Auch wenn manche schon Batterien oder „Demand Side Management“ als die Lösungen sehen – die einzigen verfügbaren, bewährten und wirtschaftlichen Großspeicher sind Pumpspeicherkraftwerke. Sie sind für ein Gelingen der Energiewende unabdingbar.